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Breakaways (Australien)
Klassifizierung

Es gibt nach unseren Recherchen keine weltweit gültigen Standards bezüglich Definitionen und Merkmale zur Bestimmung und Bewertung von Opalen. Das liegt sicherlich auch darin begründet, dass kein Opal mit Farbspiel  einem anderen gleicht und somit seine Betrachtung und Bewertung (außer der Größe und des Gewichts) bis zu einem gewissen Grad immer individuell und subjektiv bleiben. Bei unseren Aussagen zu den Opalarten und deren Klassifizierung haben wir uns an die Bewertungen des weltweit anerkannten Opalfachmanns Paul B. Downing angelehnt, welche er in seinem Buch ‘Opal, Identification und Value’ veröffentlicht hat.

 

Klassifizierung von Voll-Opalen / Solids

Der Wert eines Opals wird durch den Marktpreis pro Karat festgelegt. Bei Vollopalen/Solids bestimmen folgende Merkmale den Verkaufspreis:

 

Gewicht

 

Körperfarbe

Solid

Patternart

Direktionalität

Farbe des Feuers

Fehler

Leuchtkraft des Feuers

 

Schliff

 

 

 

 

Für Matrixopale und australische Boulder-Opale gelten abweichende Regeln zur Wertbestimmung

 

Körperfarbe

Klarheit/Clarity

Die Klarheit eines Opals bezeichnet den Grad, wie gut man durch den Stein hindurchsehen kann. Dies reicht von durchsichtig/transparent (bei Crystal Opal und Jelly) über durchscheinend/transluzent bis undurchsichtig/opak.

Die Klarheit kann mit dem "clarity cross" ermittelt werden:

clarity cross


Zu Bestimmung wird der Opal auf das Kreuz gelegt und im Auflicht von oben betrachtet. Ist das Kreuz vollständig und gut zu erkennen, ist der Stein als transparent bzw. Crystal Opal einzustufen. Hierbei ist natürlich auch die Dicke des Steins und die Dichte der Pattern zu berücksichtigen. Im Zweifelsfall muss der Opal im Durchlicht gegen eine Lichtquelle auf seine Transparenz geprüft werden. Der Farbton der Körperfarbe spielt hierbei keine Rolle.
 

Transluzente Opale lassen das Kreuz nur noch schwach erkennen. Verschiebt man den Stein teilweise über den dunklen Rand, muss er in diesem Bereich eine dunklere Farbe zeigen. Solche Opale können maximal als Semi-Crystal bewertet werden.
Opake Steine lassen weder Kreuz noch Rand des "clarity cross" erkennen.

Im Zweifelsfall ist der Opal zur weniger durchsichtigen Variante hin einzustufen.

Einen Sonderfall stellen Jelly-Opale dar. Sie sind transparent, haben aber im Gegensatz zu Crystal Opals keine deutlich sichtbaren Pattern sondern "nur" mehr oder weniger Opaleszens.

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Farbton / body tone

Die Körperfarbe oder "base color" ist der Farbton, der nach Abzug jeglichen Farbenspiels der Pattern die Grundfarbe des Opals bestimmt. Sie lässt sich für Opale mit weißer bis schwarzer Körperfarbe nach der Lightning Ridge Miners Association Tone Scale in folgende Stufen unterteilen.

Lightning Ridge Miners Association Tone Scale

Edelopale mit schwarzer Körperfarbe gehören zu den wertvollsten Steinen am Markt. Hierunter zählen nicht schwarze Opalmatrix oder durch Behandlung schwarz eingefärbte Steine.


Auch Opale mit gelblichem bis braunem Farbton kommen vor. Hier sind insbesondere die mexikanischen Feueropale zu nennen.

gelbe und rote Farbtöne


Opale mit blauer Körperfarbe sind aus dem Süden der USA, Mexiko und den Anden bekannt. Hier gibt es auch Vorkommen mit pink-farbenen Opalen.

blaue und pink Farbtöne

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Pattern

Patternart

Zur Bezeichnung der Pattern von Opalen werden oftmals sehr phantasievolle Namen vergeben. Im wesentlichen lassen sie sich auf folgende Grundmuster zurückführen:

  • Pinfire: Zahlreiche kleine Pattern wie Nadelstiche über den Opal verteilt.

Pinfire

  • Flashfire: unregelmäßige Farbspritzer bedecken den Stein. Die Farbspritzer können unterschiedlich groß sein und entsprechend als Small- oder Large-Flashfire eingestuft werden.

Flashfire

Lametta: Bezeichnung für die Pattern-Anordnung in mexikanischen Feueropalen. Es entspricht im Aussehen dem Flashfire.
 

Zusätzlich gibt es Sonderformen in der Patternanordnung, die allerdings recht selten sind und den Preis in die Höhe treiben. Beispiele sind:

  • Broad Flashfire: Ganze Farbbahnen bedecken große Teile des Opals oder auch den ganzen Stein
  • Rolling Flashfire: Die Pattern sind in Farbbahnen angeordnet, die über den Opal zu rollen scheinen, wenn er bewegt wird.
    rolling flashfire

 


Der selbe Opal mit Rolling Flashfire aus vier verschiedenen Perspektiven

 

 

 

  • Harlekin: Die Pattern sind in großflächigen, verschiedenfarbigen Rechtenecken angeordnet und bedecken vollständig die Opaloberfläche
  • Ribbon: In einem Grundmuster sind ganze Pattern-Reihen wie mit einem Radiergummi zu Farblinien verwischt.
  • Picture Stones: Die Pattern bilden ein Farbmuster, das die Phantasie des Betrachters anregt indem es willkürliche Figuren darstellt. So können Tiere, Landschaften, Pflanzen und sonstige Bilder im Opal erkannt werden.

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Farbe des Feuers

Eine wesentliche Rolle bei der Bewertung von Opalen spielt die Farbe der Pattern. Hierbei sollten nur Farben registriert werden, die eindeutig erkennbar sind.

Der Wert eines Opals steigt in folgender Reihenfolge der Farbe der Pattern:

 

 

 

 

 

 

Blau

blau

 

 

 

Grün

grün

 

 

 

Blau-Grün (Blau dominiert)

blau grün

 

 

 

Grün-Blau (Grün dominiert)

grün blau

 

 

 

Orange-Grün

orange grün

 

 

 

Orange-Rot

orange rot

 

 

 

Rot

rot

 

 

Multicolor (mindestens 3 Farben eindeutig erkennbar). Dominiert hierbei eine oder auch zwei der Farben, werden diese vorangestellt und der Stein wird z.B. als Orange-, Rot- oder Rot-Blau-Multicolor eingestuft. Solche Opale sind sehr selten und erzielen entsprechend hohe Preise.

multicolor

rot multicolor

rot blau multicolor

Farben, die nur schwach oder ansatzweise erkennbar sind, werden bei der Pattern-Bewertung nicht mitgezählt.

 

Leuchtkraft des Feuers

Um die Leuchtkraft von Opalen bewerten zu können, bedarf es einer möglichst gleichmäßigen Lichtquelle. Am besten ist hierfür indirektes Sonnenlicht oder eine Glühbirne mit Sonnen- bzw. Tageslichtspektrum geeignet. Um die Vergleichbarkeit sicherzustellen, sollte immer die gleiche Lichtquelle verwendet werden. Der Stein wird zur Bewertung in der Draufsicht betrachtet und hierbei auch bewegt, um die Farben aus unterschiedlichen Richtungen erkennen zu können (s. auch "Direktionalität").

Paul B. Downing hat in seinem Buch "Opal-Identification & value" 8 Stufen zur Einteilung der Leuchtkraft definiert:

Stufe

Bezeichnung

Farbspiel/Feuer erkennbar bei

Gedämpftem Licht

Indirektem Sonnenlicht

Direktem Sonnenlicht

1

faint

--

--

o

2

dim

-

o

o

2,5

somewhat bright

o

o

+

3

bright

o

+

+

3,5

quite bright

+

+

++

4

very bright

+

++

++

4,5

extremly bright

++

++

+++

5

brilliant

+++

+++

+++

-- keine Farben erkennbar
- Farben schwach erkennbar
o Farben eindeutig erkennbar, aber geringe Leuchtkraft
+ gut erkennbare Farben und gute Leuchtkraft
++ sehr gute Leuchtkraft und Farbspiel
+++ außergewöhnliches Funkeln und Aufblitzen der Farben

Eine eindeutige Einstufung ist nicht immer einfach, da die Farben nicht immer gleichmäßig über den Stein verteilt sind und der Übergang zwischen den Stufen fließend ist.

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Direktionalität

Mit Direktionalität wird die Eigenschaft eines Opals bezeichnet, seine Leuchtkraft beim Drehen oder Bewegen zu ändern. Im Extremfall kann ein Opal nur aus einem einzigen Betrachtungswinkel Feuer zeigen. Dies mindert natürlich auch den Verkaufspreis. Die Bewertung erfolgt in 4 Stufen:

- geringfügig direktional (kaum wahrnehmbare Änderungen)
- etwas direktional (die Leuchtkraft sinkt um eine Stufe)
- sehr direktional (der Stein verliert sein Feuer aus verschiedenen Richtungen)
- völlig direktional (Farbspiel nur aus einer Betrachtungsrichtung)

 

Gewicht

Das Gewicht von Opalen wird in Karat (1ct=0,2 gramm) gemessen. Opale in Standard-Formen wie Oval oder Rund werden bei gleicher Qualität zu einem höheren Preis angeboten als Freeform-Schliffe, da meist ein großer Anteil (ca. 25 - 50%) des Rohsteingewichts der geometrischen Form zum Opfer fällt.

 

Fehler

Einschlüsse in der Form von Potch, Muttergestein, Sand oder fremden Mineralien in der Oberfläche geschliffener Opale mindern den Wert, wenn sie den optischen  Eindruck stören.

Risse (Cracks) in Solid-Opalen können zum Bruch des gesamten Steins führen. Sie sind oftmals schon im Rohstein vorhanden, können sich aber auch beim späteren Austrocknen, zu starker Erwärmung oder mechanischer Beanspruchung (z.B. beim Fassen) bilden. Teilweise sind sie nicht einfach von natürlichen Wachstumslinien im Opal zu unterscheiden. Gerissene Opale sind für Goldschmiedearbeiten nicht geeignet.

Manchmal überziehen feine Haarrisse (crazing) die Oberfläche von Opalen. Uns ist nicht bekannt, wie sie verhindert werden können, allerdings scheint dieser Effekt Fundstellen-abhängig zu sein. Betroffene Ware muss vom Opalschleifer nach ausreichender Lagerdauer ausgesondert werden.

 

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Klassifizierung von Boulder-Opalen und Matrixopalen

Die wertbestimmenden Merkmale von Boulderopalen und Matrixopalen werden festgelegt durch

 

Größe

 

Opalanteil

Boulder

Patternart

Körperfarbe

Farbe des Feuers

Fehler

Leuchtkraft des Feuers

 

Direktionalität

 

 

 

 

Körperfarbe

Die Körperfarbe von Boulder-Opalen wird durch den Untergrund der Opalschicht festgelegt. Eine schwarze Potchschicht zwischen Edelopal und Muttergestein bringt die Pattern am besten zu Geltung und definiert schwarze Boulder-Opale (Black Boulder). Sie erzielen die höchsten Preise.

Befindet sich eine Crystal Opal-Schicht direkt auf dem Sand- oder Eisenstein, wird die Körperfarbe als Braun oder manchmal auch Caramel festgelegt. Der Wert dieser Steine liegt ca. 50 % unter dem der schwarzen Boulder.

Eine weiße oder graue Opalschicht auf dem Muttergestein überdeckt dessen braunen Farbton; entsprechend werden diese Opale als Weiß oder Grau eingestuft. Ihr Wert liegt bei ca. einem Drittel des Preises schwarzer Opale.

 

Anteil des Edelopals

Ein wichtiges Merkmal ist der Anteil des Edelopals an der Oberfläche. Höchste Preise erzielen Opale mit einer vollständigen Bedeckung der sichtbaren Steinoberfläche. Nachfolgende Grafik soll einen Überblick über die Wertminderung bei sinkendem Opalanteil geben:

Opalanteil

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Größe

Das Gewicht wird bei Opalen in oder auf Matrix nicht zur Wertermittlung herangezogen, das es überwiegend durch das Muttergestein bestimmt wird. Wichtig ist stattdessen die Größe der sichtbaren Fläche; sie wird grob in 4 Stufen unterteilt und legt damit den Basiswert für den Opal fest:

Klein, 1-5 ct
Mittel, 5-10 ct
Groß, 10-15 ct
Sehr groß, 10 bis 30 ct, teilweise auch größer

 

Pattern

Patternart

Es gelten die gleichen Kriterien wie bei Vollopalen.


Farbe des Feuers

Es gelten die gleichen Kriterien wie bei Vollopalen.


Leuchtkraft des Feuers

Es gelten die gleichen Kriterien wie bei Vollopalen.

 

Fehler und Direktionalität

Es gelten die gleichen Kriterien wie bei Vollopalen.

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